Streckeninfos 458
Die Kombination aus drei Strecken bildete die südliche Hälfte des Bergischen Ringes und verbindet die drei Bergischen Großstädte Wuppertal, Solingen und Remscheid. Kernstück der Strecken ist deutschlands höchste Eisenbahnbrücke bei Müngsten.
Streckendaten
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Kunstbauten
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Kursbuchstreckennummern
Die Strecke war unter folgenden Kursbuchstreckennummern in den Kursbüchern verzeichnet.228c: bis 1946 (W-Elberfeld - Solingen-Ohligs)228p: 1946 bis 1952 (W-Elberfeld - Solingen-Ohligs)229: 1952 bis 1972 (W-Elberfeld - Solingen-Ohligs)410: 1972 bis 1992 (W-Elberfeld - Solingen-Ohligs)458: 1992 bis heute (Wuppertal Hbf - Solingen Hbf)
Zeitleiste
Streckenverlauf
Ausgehend im Bahnhof Wuppertal-Oberbarmen führt die Strecke 2700 gemeinsam mit den Ferngleisen Wuppertal - Hagen und den Ortsgleisen Richtung Schwelm etwa einen Kilometer ostwärts. Dort schwenkt die Strecke nach Süden und unterfährt in den beiden Röhren des Rauenthaler Tunnels einen Höhenrücken. Direkt nach Verlassen des Tunnels befindet sich auf einer Ebene im zur Wupper abfallenden Gelände der Betriebsbahnhof Rauenthal . In diesem einst für den Güterverkehr genutzten Bahnhof hat es nie Personenverkehr gegeben; für den Güterverkehr ist er heute bedeutungslos. Bei Streckenkilometer 1,5 am Ende des Betriebsbahnhofes überquert die Strecke die Wupper. Dazu dient ein mehrfeldriges Viadukt, das Mitte des 20. Jahrhunderts teilweise erneuert wurde. Kurz hinter dem südlichen Brückenkopf zweigt die Wuppertalbahn ab, die einst bis nach Brügge führte.
Die Strecke 2700 hingegen führt weiter in südlicher Richtung, etwas erhöht neben der Bundesstraße 51 und der Wupper Richtung Ronsdorf. Etwa bei Kilometer 3,5 trifft die Strecke auf die Autobahn 1, neben der sie nun den Ronsdorfer Berg erklimmt und endgültig das Tal der Wupper verlässt.
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0703-01 Bk, Kastenberg |
© D. Düppel |
| Blick von der Blombachbrücke |
Diese kurze Steigung stellt den steilsten Streckenabschnitt der Gesamtstrecke dar. Die beiden Gleise verlaufen in Hanglage zwischen Autobahn und Fels durch bewaldetes Gelände. Kurz bevor die Strecke die hohe Blombachtalbrücke unterquert, wird die ehemalige Blockstelle Kastenberg passiert. Hinter der Brücke beschreibt die Strecke in einem weiten Bogen eine 180° Kurve, um möglichst nah an den Wuppertaler Ortsteil Ronsdorf zu gelangen. Nach einem nochmaligen steilen Anstieg kurz vor dem Bahnhof wird die einst wichtige Station erreicht. Nach einem Umbau in den Jahren 2006/2007 präsentiert sich der Bahnhof Ronsdorf als moderner Nahverkehrshaltepunkt. Früher wies der Bahnhof bedeutsamen Güterverkehr auf. Diese wurde durch den Endpunkt der schmalspurigen Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn begünstigt, die in Ronsdorf an die Staatsbahn angeschlossen war (Rollbockanlage).
Hinter dem Bahnhof Ronsdorf beendet die Strecke die große Kurve und schwenkt langsam wieder in südliche Richtungen. Etwa drei Kilometer nach dem Halt in Ronsdorf wird der Bahnhof Remscheid-Lüttringhausen erreicht. Zuvor hat die Strecke den inzwischen nicht mehr bedienten Anschluss Großhülsberg passiert, dessen Gleisanlagen noch vorhanden sind.
InRS-Lüttringhausen befindet sich noch heute ein imposantes Empfangsgebäude, vor dem bis ins Jahr 2006 die Züge Richtung Remscheid hielten. Inzwischen halten die Züge in beiden Fahrtrichtungen an verkehrsgünstiger gelegenen Bahnsteigen unweit des alten Bahnhofes. Mit den stahlverarbeitenden Fabriken in Bahnhofsnähe hat Lüttringhausen auch heute noch eine starke Bedeutung für den Güterverkehr und ist einer der aufkommensstärksten Ladestellen an der Strecke.
Die Strecke verläuft hinter Lüttringhausen weiter in südlicher Richtung und führt nun durch kaum bebautes Gelände. Im Bereich der Ortslage Garschargen wird die Autobahn 1 unterquert. In Streckenkilometer 13 wird der einstmals wichtige Kontenbahnhof Remscheid-Lennep erreicht,
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0704-73 Remscheid-Lennep |
© D. Düppel |
| Zug Richtung Solingen in RS-Lennep |
wo früher ein großes Betriebswerk angesiedelt war. Von Lennep gingen einst die Strecken Richtung Krebsöge (Wuppertalbahn), Wipperfürth und Opladen aus, die heute allesamt stillgelegt sind. Das große Empfangsgebäude zeugt noch heute von der Bedeutsamkeit des Bahnhofes. Hinter der südlichen Bahnhofsausfahrt, nachdem erste die Strecke Richtung Krebsöge und später die beiden Gleise Richtung Bergisch Born (weiter Ri. Opladen und Wipperfürth) nach Osten weggeschwenkt sind, macht die Trasse einen Bogen nach Westen. Von nun an fällt die Strecke vom höchsten Punkt im Bahnhof Lennep (313 m ü NN) stetig ab. Nachdem die Strecke die letzten Häuser der einst unabhängigen Stadt Lennep (heute Stadtteil Remscheids) hinter sich gelassen hat, führt die Strecke wieder durch landwirtschaftlich genutzte Gegend, die nur von wenigen Ansiedlungen unterbrochen ist. Erst nachdem die A 1 auf eine Steinbogenbrücke zum letzten Mal gekreuzt wurde, wird die Bebauung wieder dichter. Nun verläuft die Strecke bis zum Erreichen des Remscheider Hauptbahnhofes überwiegend in Einschnitten durch felsiges Gelände.
Kurz vor dem Erreichen des Bahnhofs stößt von Süden kommend die kurze Stichstrecke von RS-Bliedinghausen auf die Strecke. Sie dient vor allem der Firma Mannesmann als Anschluss an die Eisenbahn. Auf der Strecke hat es nie planmäßige Personenzugfahrten gegeben. Westlich des Remscheider Hauptbahnhofes zweigt in nördlicher Richtung eine weitere Stichstrecke ab, auf der es Anfangs sehr wohl Personenverkehr gab. Die Strecke führte über RS-Stachelhausen nach Remscheid-Hasten und wird als Verlängerung der Strecke Oberbarmen – Remscheid in den Akten geführt.
Von Remscheid Hauptbahnhof führt die Strecke 2675 (Kilometrierung zählt ab Solingen Hbf) nach Solingen, die die letzte Lücke der Gesamtstrecke zwischen den Hauptbahnhöfen Remscheid und Solingen schloss. Nach Verlassen des Remscheider Hauptbahnhofes windet sich die Strecke in kurvigem Verlauf stets in Hanglage überwiegend in westlicher Richtung. Dabei wird in Kilometer 15,5 der kurze Blüchener Tunnel durchfahren. Mit dem zweigleisigen Tunnel wird ein kurzer Sporn unterfahren, der heute Bebaut ist. Hinter dem Tunnel führt die Strecke in südlicher Richtung auf den Bahnhof RS-Güldenwerth zu. Neben dem Haltepunkt für die Personenzüge gibt es in Güldenwerth auch noch letzte verbliebene Anschliesser, die noch Güterwagenverkehr aufweisen.
Die Strecke schlängelt sich nun durch bewaldetes Gebiet abfallend in südwestlicher Richtung bis zum Wuppereinschnitt bei Müngsten. Dort überquert die Strecke auf der bedeutsamen Müngstener Brücke das 107 Meter tiefe Tal. Am westlichen
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0510-62 Solingen-Schaberg |
© D. Düppel |
| Sonderzug auf der Müngstener Brücke |
Brückenkopf schließt sich die Station SG-Schaberg an. Das auffällige Empfangsgebäude zeugt noch heute von der Bedeutung des Haltepunktes für den Ausflugsverkehr zur Talbrücke. Auch auf der Solinger Seite des Tals führt die Strecke wieder durch bewaldetes Gelände. Etwa einen Kilometer südwestlich der Müngstener Brücke überquert die Strecke mit der Windfelner Brücke ein kleines Seitental der Wupper. Die hier stark nach Nordwesten verlaufende Strecke knickt nun in einem großen Bogen wieder Richtung Südwesten und erreicht nach wenigen Kilometern den Solinger Stadtkern.
In den Jahren 2005 und 2006 wurden im Bereich des alten Solinger Hauptbahnhofs zwei neue Haltepunkte errichtet, die die Aufgaben des inzwischen aufgelassenen Bahnhofs übernehmen. Der neue Haltepunkt Solingen Mitte befindet sich unter den Straßen Bismarckstraße/Schützenstraße, die dort zusammen laufen. An dieser neuen Station besteht Übergang zu den Buslinien. Der zweite neue Haltepunkt, Solingen-Grünewald , wurde ebenfalls in Tieflage unter einer Straße errichtet. Bei beiden Stationen handelt es sich um Anlagen mit Mittelbahnsteig und Zugängen von den Straßenbrücken. Zwischen den beiden Stationen befand sich in einer großzügigen Kurve der alte Solinger Hauptbahnhof. Nachdem der Bahnhof im 2. Weltkrieg zerstört wurde, baute die Bundesbahn später ein modernes Empfangsgebäude, das zur Jahrtausendwende jedoch mittlerweile in einem erbärmlichen Zustand war. Da der Bahnhof verkehrstechnisch ungünstig gelegen war – fehlender Busanschluss und schlechte Lage im Bezug zur Innenstadt - wurden im Rahmen des Programms Moderne Bahnhöfe NRW (MOF) die beiden neuen Haltepunkte geschaffen. Wenige hundert Meter nach verlassen des neuen Haltepunktes Grünewald befindet sich an der Strecke in einer in nördliche Richtung verlaufende Kurve der kürzeste Tunnel der Strecke. In zwei separaten Röhren wird die beidseitig angebaute Kattenberger Straße durch den 62 Meter langen Weyersberger Tunnel unterquert.
In einer weitgestreckten Kurve schwenkt die Strecke endgültig in westliche Richtung ein. Im Ausgang der Kurve in Streckenkilometer 5 befindet sich südliche der Strecke eine ehemalige Blockstelle, dessen Gebäude noch gut erhalten ist. An dieser Stelle verlief in den Anfangsjahren die Strecke von Ohligs kommend weiter in östliche Richtung zum Endpunkt am Bahnhof Weyersberg . Die alte Trasse ist noch heute auf Karten erkennbar, da sie noch immer von Bebauung freigehalten ist.
Nach einigen Kilometern mit geradem Streckenverlauf strebt die Strecke auf den Endpunkt in Ohligs zu. Der Solinger Hauptbahnhof , bis Ende 2006 Solingen-Ohligs , wird mit einer nach Norden geschwungenen Kurve erreicht. Zuvor passiert die Strecke noch ein Überwerfungsbauwerk. Unter diesem Bauwerk sollte vom Streckengleis Remscheid – Solingen ein Abzweig an die Hauptstrecke Richtung Köln realisiert werden. Mit einer solchen Verbindungskurve sollte der Verkehr von Remscheid und Solingen mit Köln verbessert werden, da das Kopfmachen der Züge in Ohligs entfallen würde. Die Trasse für diese Strecke wurde zwar bis zum Beginn des 2. Weltkrieges fertig gestellt, Züge sind auf der Strecke jedoch nie gefahren. Im Solinger Hauptbahnhof endet die Strecke an einem Mittelbahnsteig am Empfangsgebäudefernen Ende des Bahnhofs. Die Strecke trifft hier direkt auf die S-Bahnstrecke nach Hilden und Düsseldorf.
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Lagekarte der KBS-Strecke 458
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Verkehrsleistung
Im Personenverkehr:
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0602-09 Remscheid Hbf |
© Rolf Köstner |
| Baureihe 212 an einem Nahverkehrszug |
Die Verkehrsleistungen im Personenverkehr wird heute ausschließlich durch die RegionalBahn 47 ('Der Müngstener') erbracht. DB Regio NRW setzt auf dieser Linie Triebwagen der Baureihe 628 in Einzeltraktion ein. Montags bis Freitags wird in der Kernzeit ein 20 Minuten Takt angeboten. An den übrigen Tagen und abends verkehren alle 30 Minuten Züge pro Richtung auf der Strecke. Derzeit werden 7 Umläufe benötigt, die in einem Jahr 1.51 Mio. Zugkilometer ausmachen.
Bis 1994 wurden mit der Baureihe 212 bespannte Wendezüge eingesetzt. Bis Ende der 1970er Jahre gab es eine Kurswagenverbindung von Süddeutschland über Solingen-Ohligs bis Remscheid-Lennep ohne Halt in SG-Schaberg und RS-Güldenwerth.
Im Güterverkehr: Nachdem um die Jahrtausendwende EBM-Cagro für einige Jahre im Auftrag von [st}DB Cargo[/st] die Bedienung der Stationen zwischen RS-Güldenwerth und W-Ronsdorf übernommen hatte, übernahm Railion die Verkehrs später wieder und führt diese in eigener Regie durch. Heute weisen vor allem die Bahnhöfe RS-Lüttringhausen und RS Hauptbahnhof ein hohes Verkehrsaufkommen auf. Auch Firma Mannesmann in Bliedinghausen wird noch wöchentlich über die kurze Stichbahn vom Remscheider Hauptbahnhof aus bedient.
Im Vergleich zu den Gv-Leistungen in den 1980er Jahren bedeutet die verbliebene tägliche Bedienungsfahrt einen starken Rückgang der Verkehre. Damals wurden noch mehrere Güterzüge täglich über Solingen oder Wuppertal-Rauenthal abgefahren.
Streckengeschichte
Die heute zusammenhängende Strecke wurde in mehreren Einzelabschnitten durch die BME erbaut. Den Anfang machte die Stichstrecke Solingen-Ohligs (heute: Hauptbahnhof) – Solingen-Weyersberg, die am 04.09.1864 konzessioniert und am 25.09.1867 eröffnet wurde. Der Bau der Strecke stand im Zusammenhang mit dem Bau des ersten Teilstücks der Verbindung Wuppertal – Gruiten – Köln zwischen Gruiten und Opladen.
Gut drei Monate nach Erteilung der Konzession für den Streckenabschnitt Ohligs – Weyersberg wurde am 09.01.1865 der Bau und Betrieb der Strecke Rittershausen (heute: Oberbarmen) – Remscheid genehmigt. Diesen Streckenabschnitt konnte die BME im Herbst 1868 in Betrieb nehmen. 1883 wird die Verlängerung der Strecke Oberbarmen – Remscheid üben Remscheider Hauptbahnhof nach Hasten eröffnet. Nach wie vor fehlt jedoch die Verbindung der beiden Stichstrecken Ohligs – Solingen Hbf und Oberbarmen – Remscheid. Nachdem die [st]Müngstener Brückes/st] am 15. Juli 1897 eingeweiht wurde, konnte am folgenden Tag das fehlende Teilstück eröffnet werden. Seitdem sind durchgehende Zugfahrten Oberbarmen – Remscheid – Solingen möglich.
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Dokumentinformationen
Werkzeuge
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