Planungen und Vision
Im Jahr 2003 hat das Land die Förderung aller noch nicht begonnenen Eisenbahnbauvorhaben gestoppt. Alle eingegangenen Förderanträge werden überprüft und Förderungen müssen erneut beantragt werden. Aufgrund der derzeitigen Haushaltslage ist davon auszugehen, das weitaus weniger Projekte in die Klasse ‚indisponibel’ eingestuft werden, als dies noch im Nachverkehrsplan NRW von 1998 der Fall war. Dies bedeut auch, dass Projekte mit schwacher Einstufung im damaligen Plan heute keine realistische Chance auf Realisierung haben, wenn nicht von privater Seite die Finanzierung gesichert wird. S 28 Ostverlängerung Seit bestehen der Regio-Bahn wurde über eine Verlängerung der Bahnlinie sowohl im Westen als auch im Osten diskutiert. Eine Weiterführung der S 28 über Kaaster-See hinaus ist derzeit nicht realistisch. Für die Verlängerung der S 28 nach Wuppertal-Vohwinkel hingegen gibt es konkrete Planungen. Ursprünglich sollte die S-Bahn ab Mettmann über die alte Strecke (ex KBS 401) über
Dornap-Hahnenfurth zur Unterquerung der KBS 450.9 unweit des Tesch-Tunnels fahren, um dort in die Strecke 2723 (450.9) eingefädelt zu werden. Diese Planung wurde inzwischen aufgegeben. Im Sommer 2005 hat der Verkehrsausschuss der Stadt Wuppertal eine mit der Stadt Wuppertal (Bauleitplanung), der RegioBahn und den Kalkwerken in Dornap abgestimmten neuen Trassierung zugestimmt.
Inzwischen ist die Verlängerungsplanung Bestandteil der Planung Circle-Line, das u.a. eine Reaktivierung der Niederbergbahn vorsieht. Im Rahmen dieser Planung stellt die S 28-Verlängerung den zuerst zu realisierenden Abschnitt da. Geplant sind Zugfahrten von Mettmann über Wülfrath Richtung Heiligenhaus (nach Realisierung der Niederbergbahn) und von Mettmann nach Wuppertal-Vohwinkel mit eventueller Durchbindung zum Wuppertaler Hauptbahnhof (nicht entschieden). Historische Planungen Niederwupperbahn Um 1835 wurde das Rhein-Weser-Projekt diskutiert, dass eine Verbindung zwischen dem Rheinland und den deutschen Nordseehäfen an der ostfriesischen Küste herstellen sollte. Dazu wurde die Rhein-Weser-Eisenbahn AG gegründet, die die Aktivitäten der verschiedenen regionalen Komitees zum Eisenbahnbau bündeln sollte. In der Planungsphase der Rhein-Weser-Bahn gab es zwischen Köln und Dortmund um Wesentlichen zwei Trassenvarianten: Die erste und später auch realisierte Variante sah die Trassierung von Köln über Langenfeld, Düsseldorf, Duisburg und Essen nach Dortmund vor (wurde durch die Köln-Mindener-Eisenbahn einige Jahre später gebaut, heutige Ruhrschiene) und die zweite Variante, die von Köln über Wuppertal und Hagen nach Dortmund führen sollte (heutige Wupperschiene) Im Bergischen Land machten sich diverse Gemeinden Hoffnung, die Trasse würde durch ihr Gebiet führen. So wurde die Trassierung über die heutige KBS 458 oder über Beyenburg durchdacht. Begründete Hoffnung auf Realisierung konnte sich die Planungsvariante Niederwupperbahn machen. Die Trasse sollte von Köln kommend bei Opladen in das Tal der Wupper einschwenken und im wesentlichem deren Verlauf bis Wuppertal-Sonnborn folgen, um dort nach Hagen zu führen. Bei Solingen-Burg, die Ortschaft sollte nicht angebunden werden, war ein mehrerer Kilometer langer Tunnel geplant, der die Trassierung in einem Wupperbogen abkürzen sollte. Da die Rhein-Weser-Eisenbahn AG 1839 in Konkurs ging und aus dem Grund, dass die Niederwupperbahn durch überwiegend dünn besiedeltes Gebiet geführt hätte, wurde diese Trassenvariante nicht weiter verfolgt. Zur Anbindung der Stadt Solingen an das Bahnnetz war bei Kannhof eine Stichbahn geplant, die an die Niederwupperbahn anschließen sollte. KBS 458 Seitens der Städte Solingen und Remscheid gab es stets den Wunsch, über die KBS 458 eine Verbindung nach Köln zu haben. Während Remscheid-Lennep über die KBS 411 (Balkanexpress, RS-Lennep - Berg, Born . Opladen) eine Verbindung nach Köln hatte, sah es für die weiter westlich gelegenen Stadtteile schlechter aus. Bis in die 70er Jahre gab es Zugfahrten von Remscheid über Solingen nach Köln - zuletzt Kurswagen nach Süddeutschland. Besonders die Nahverkehrszüge hatten das Problem in Solingen-Ohligs kopf machen zu müssen. Diese zeitraubende Prozedur sollte gegen den Widerstand des Stadtteils Solingen-Ohligs durch eine Verbindungskurve zwischen dem inzwischen aufgelassenen Bahnhof Solingen-Landwehr an der KBS 455 und dem Abzweig Weyersberg an der KBS 458 überflüssig werden. Nachdem das Vorhaben um 1910 genehmigt war, wurden gegen 1914 erste Arbeiten an der Trasse begonnen, die jedoch vom ersten Weltkrieg unterbrochen wurden. Um 1925 wurden die Arbeiten an der inzwischen größtenteils fertig gestellten Verbindungskurve wieder aufgenommen, wenn auch die Notwendigkeit der Kurve in Berlin nicht mehr gesehen wurde. Es ist heute davon auszugehen, das die Kurve vor dem nächsten Krieg fertig gestellt werden konnte. Nachdem die Strecke im Krieg beschädigt wurde, baute man nach Kriegsende die Gleise wieder ab. Bis heute Überdauert hat nur eine Überwerfunsgbauwerk am Richtungsgleis nach Remscheid der KBS 458 östlich des Ohligser Bahnhofes sowie die Auffächerung der beiden Gleise an dieser Stelle. |
![]() |
|